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Sächsischer G3, lfd. Nr. 316

    Es geht weiter! Nach dem Erfolg unseres O3 lag es nahe, den sächsischen Wagen schlechthin des bisherigen Hädl-Sortiments in die Epoche I zu holen: Den Sächsischen G3 der laufenden Nummer 316!

    In der Gattung G3 fassten die K.Sächs.Sts.E.B. mehrere bedeckte Güterwagen-Bauarten mit einem Ladegewicht von 15t zusammen. Die mit Abstand wichtigste davon ist die Bauart der laufenden Nummer 316, welche von 1893 bis 1900 in sehr großen Stückzahlen gebaut wurde. Die Wagen entstanden mit nur leichten Abweichungen bei mehreren verschiedenen Herstellern. In den Jahren 1893/94 fertigten die eigenen Werkstätten der K.Sächs.Sts.E.B. insgesamt 50 ungebremste Exemplare, alle übrigen waren mit Bremserhaus ausgestattet. Markante Unterschiede der sächsischen bedeckten Wagen zu den zahlenmäßig noch häufigeren preußischen Typen sind die breiten Seitendwandbretter, die kleineren Eisenprofile des Wagenkastens sowie die dreiteilige Ausführung der Schiebetüren.

    Wir konnten nicht widerstehen und haben den Wagen gleich in zwei völlig verschiedenen Ausführungen mit jeweils zwei verschiedenen Wagennummern aufgelegt. Warum? Weil man nie genug gedeckte Wagen haben kann!

    Besonderheiten:

    • ungebremster sächsischer G3
    • Epoche Ib: graue Länderbahnvariante passend zu unseren O3
      • erstmalig farbige Langträger in TT
    • Epoche Id: braunrote Variante von 1919 passend zur späten Länderbahnzeit bis weit in die DRG-Zeit hinein
      • rein zufällig 😉 hat Arnold kurz zuvor die sächsische Güterzuglok der Baureihe XIII H angekündigt, welche exakt diesen Zeitraum bedient (pr G12 / BR 58)
    • Korbpuffer und Speichenräder
    • vorbildgerechte Anschriften, präziser Druck, erstmalig farbige schattierte Schrift an einem Langträger in TT

    Für dieses Projekt haben wir gleich an mehreren Stellen Neuland betreten. Bislang galt es in TT als unmöglich, in einer Serienproduktion farbige Langträger darzustellen. Entweder man lackiert das komplette Fahrwerk – dann sind aber auch die Achshhalter grau – oder man lässt alles schwarz. Unser O3 musste mit diesem Kompromiss noch leben, doch wir haben nicht länger eingesehen, dass „unmöglich“ die Grenze des Machbaren darstellen soll.
    Zusammen mit Fa. Hädl haben wir alle möglichen Szenarien durchgespielt: Abkleben, Schablonen, mehrfach-Lackierungen… nichts, was daheim beim Basteln funktioniert, ist für die wirtschaftliche Serienproduktion von hunderten Fahrwerken geeignet. Dank der unermüdlichen Arbeit Herrn Hadlers gelang es, eine Lösung zu entwickeln, welche nicht nur wunderschöne und farbige Langträger ermöglicht, sondern sogar erstmalig zu fein schattierten gelb-schwarzen Anschriften auch unterhalb des Wagenkastens führt. Das Ergebnis begeistert uns jeden Tag auf’s Neue und die Rückmeldungen begeisterter Modellbahner bestätigen uns, dass wir den richtigen Schritt gewagt haben.

    Da wir schon dabei waren, Neues zu versuchen, gab es diesen Wagen erstmalig als Zweier-Set: Die wunderschönen neuen gelb-weißen Hädl-Schachteln beherbergen jeweils beide Wagennummern einer Epoche. Weil man wirklich nie genug gedeckte Wagen haben kann! 🙂

    Möglich wurde dies überhaupt erst durch die umfangreichste Recherche, welche wir bis dahin zu einer Wagenbauart unternommen haben. Hunderte Seiten starke Archivbände sowie zig Quellen alter Werksfotos wollten gewälzt werden. Neben den üblichen Standardwerken wurden alte Vorschriften und Berichte ausgewertet um insbesondere für die schwierige Übergangszeit zwischen Länderbahnen und DRG die möglichst richtigste aller Anschriftenvarianten zu finden.
    Unser besonderer Dank gebührt dabei einer Reihe von Modellbahnfreunden, welche uns ihr umfangreiches Wissen und sogar Fotos noch erhaltener (Reste von) 316er zur Verfügung stellten. Ohne ihre Hilfe wäre dieses Projekt so nicht realisierbar gewesen.

    Es gibt ein sehr bekanntes Vorbildfoto des sä G3 Nr. 18133 mit Bremserhaus. Dieses findet sich bspw. in
    Erich Preuß / Reiner Preuß „Sächsische Staatseisenbahnen“, S. 253 sowie in
    Stefan Carstens „Güterwagen“ Band 1.1, S. 34

    Optisch sehr ähnlich ist der Vorgängertyp der laufenden Nummer 322. Mit 10t Ladegewicht, etwas kleineren Gesamtabmessungen und 4,0m Achsstand (statt 4,50m beim 316) fällt dieser in die Gattung G2, vermittelt jedoch einen guten Eindruck vom Erscheinungsbild sächsischer Güterwagen um 1900. Ein bekanntes Foto dieser Bauart findet sich im Görlitzer Werksarchiv, zu finden unter https://sachsen.museum-digital.de/index.php?t=objekt&oges=13210

    Vorschauzeichnung der Wagenbeschriftung
    • Artikelnummer zweier-Set grau:
      Hädl 0115920-02
    • Artikelnummer zweier-Set braunrot:
      Hädl 0115920-01

    Geheimtipp: Freunde späterer Epochen finden den gleichen Wagen im regulären Hädl-Sortiment!